Eine Myomdiagnose ist für betroffene Frauen meist sehr beängstigend. Viele von ihnen befürchten, dass die in der Gebärmutter auftretenden Wucherungen gefährlich sind oder ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigen könnten. In den meisten Fällen besteht allerdings kein Grund zur Sorge: Zum einen sind Uterusmyome in der Regel harmlos, zum anderen stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung, mit deren Hilfe die Knoten entfernt oder Beschwerden gelindert werden können. Wie sich Myome beseitigen lassen und welches Verfahren sich für Patientinnen mit Kinderwunsch eignet, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.

 

Was sind Uterusmyome?

Bei einem Uterusmyom handelt es sich um einen benignen Tumor, der sich in der muskulären Uterusschicht bildet. Diese aus Muskelfasern bestehenden Wucherungen können an verschiedenen Stellen in unterschiedlichen Größen auftreten. Bei einigen Patientinnen entstehen gleich mehrere Myome gleichzeitig. Grundsätzlich unterscheiden Ärzte zwischen drei Myomarten:

  • Myome, die außerhalb der Gebärmutterhöhle auftreten (subseröse Myome)
  • Myome, die in der Gebärmutterhöhle entdeckt werden (submuköse Myome)
  • Myome, die in der Gebärmutterwand entstehen und wachsen (intramurale Myome)

Weshalb diese gutartigen Geschwulste entstehen, konnte die Wissenschaft bisher noch nicht vollständig klären. In der Regel treten sie in der Zeit zwischen der ersten und letzten Menstruation auf. Daher gehen viele Experten davon aus, dass weibliche Geschlechtshormone bei der Myombildung eine Rolle spielen. Es ist außerdem anzunehmen, dass genetische Veranlagungen das Myomrisiko erhöhen.

 

Welche Symptome weisen auf ein Gebärmuttermyom hin?

Nicht alle Myome verursachen spürbare Beschwerden. Entscheidend für die Symptomintensität sind zwei Faktoren: ihre Position und ihre Größe. Unzählige betroffene Frauen leben jahrelang mit den Knoten, ohne sie zu bemerken.

Erreichen subseröse oder intramurale Wucherungen eine bestimmte Größe, können sie aber zu einem Druck- und Fremdkörpergefühl oder zu starken Schmerzen im Becken führen. Mitunter drücken Uterusmyome auch auf benachbarte Organe wie Blase oder Darm. Dadurch können unter anderem Verstopfung, Durchfall, Harnstau, Blasenentzündungen, Inkontinenz oder Nierenschädigungen entstehen. Werden Nerven von einem Myom eingequetscht, klagen Patientinnen meist auch über Schmerzen im Rücken oder in den Beinen.

Oft leiden Betroffene außerdem unter starken und äußerst langen Menstruationsblutungen sowie unter Schmerzen und Krämpfen während der Periode. Dafür sind meist intramurale oder submuköse Exemplare verantwortlich. Weshalb diese Beschwerden auftreten, ist ebenfalls nicht geklärt. Vermutlich beeinträchtigen die Uterusmyome die natürliche Muskelbewegung der Gebärmutterwand. Wissenschaftlich belegt ist diese Annahme aber nicht.

 

Haben Myome Einfluss auf die Fruchtbarkeit?

Unter bestimmten Umständen können Gebärmuttermyome die weibliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Ob dies der Fall ist, hängt von ihrer Position ab. Befinden sich die gutartigen Muskelknoten in der Gebärmutterhöhle, können sie einen Embryo daran hindern, sich in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) einzunisten. Die Entstehung einer Schwangerschaft ist somit nicht möglich. Schafft es ein Embryo, sich dennoch festzusetzen, kann seine Entwicklung durch das Myom beeinträchtigt werden. In diesem Fall ist das Fehlgeburtsrisiko erhöht. Zudem ist es möglich, dass ein Uterusmyom den Eileiterausgang blockiert, sodass eine befruchtete Eizelle die Gebärmutterhöhle gar nicht erst erreicht.

Sind die Gebärmuttermyome sehr klein oder an unproblematischen Stellen positioniert, kann in vielen Fällen trotzdem eine Schwangerschaft eintreten und komplikationslos verlaufen.

 

Wie lassen sich Myome behandeln?

Besteht der Verdacht, dass sich Myome gebildet haben, sollten betroffene Frauen einen Gynäkologen oder eine Gynäkologin aufsuchen. Ob derartige Wucherungen vorhanden sind, kann in der Regel mithilfe einer Tastuntersuchung und eines Ultraschalls festgestellt werden. In einigen Fällen kommt auch eine Bauch- oder Gebärmutterspiegelung zum Einsatz, um die Lage der Wucherungen genau bestimmen zu können.

Wie ein Myom behandelt wird, hängt letztlich von seiner Position, seiner Größe und seiner Wachstumsgeschwindigkeit ab. Deshalb muss für jede Patientin ein ganz individueller Behandlungsplan erstellt werden. Wenn das Uterusmyom keine Probleme verursacht und die Fertilität nicht beeinträchtigt wird, ist eine Behandlung nicht zwingend notwendig. Ist es aber für starke Blutungen verantwortlich, kann eine Hormontherapie durchgeführt werden, um es zu verkleinern. Weil die Hormone den Menstruationszyklus unterbrechen und für ein Ausbleiben der Regelblutung sorgen, eignet sich dieses Verfahren nicht für Patientinnen, die einen Kinderwunsch hegen. Zudem lassen sich Myome dadurch nicht beseitigen.

Ist eine Entfernung der Wucherungen notwendig, kommt eine Operation infrage, bei der sie aus der Muskulatur herausgeschnitten werden. Hierbei entstehen allerdings meist Narben, die das Eintreten einer Schwangerschaft verhindern können.

Möglich ist in manchen Fällen auch die Durchführung einer sogenannten Arterienembolisation. Dabei verstopfen Ärzte die Blutgefäße der Myome, um deren Blutversorgung zu unterbinden. Die Knoten sterben ab und können nicht weiterwachsen. Nach der Embolisation dauert es in der Regel einige Wochen, bis die gekappten Myome vom Körper abgebaut werden.

 

Welches Behandlungsverfahren eignet sich für Patientinnen mit Kinderwunsch?

Eine Behandlung der Uterusmyome muss keine Gefahr für die Familienplanung darstellen. Für Patientinnen mit Kinderwunsch steht mit der Radiofrequenztherapie nämlich ein neues minimalinvasives Verfahren zur Verfügung, mit dessen Hilfe die Wucherungen entfernt werden können, ohne die Fruchtbarkeit zu gefährden.

Bei diesem Verfahren wird eine Elektrodensonde durch den Gebärmutterhals zum Myom geführt, um Radiofrequenzenergie hineinzuleiten. Durch die dabei entstehende Hitze wird es letztlich verkleinert und zerstört. Da infolge dieser Behandlung keine Narben entstehen, werden Gebärmutter und Fertilität durch die Radiofrequenztherapie nicht beeinträchtigt. Das Verfahren dauert nur wenige Minuten und ist nahezu schmerzfrei. Die Durchführung erfolgt unter Vollnarkose.

 

Umfassende Untersuchungen durchführen lassen

Bevor sich Patientinnen mit Kinderwunsch für ein Behandlungsverfahren entscheiden, sollte unbedingt untersucht werden, ob weitere Erkrankungen vorliegen, die Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben könnten. In vielen Fällen sind Myome nicht allein für eine ungewollte Kinderlosigkeit verantwortlich. Meist spielen weitere Faktoren eine Rolle.

Das Ärzteteam des IVF Baden-Baden führt daher stets umfassende Diagnoseuntersuchungen durch. Auf diese Weise können sie Uterusmyome präzise lokalisieren und das Vorliegen anderer fertilitätsbeeinträchtigender Faktoren ausschließen. Danach erstellen die Spezialisten einen individuellen Behandlungsplan, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu steigern und den Traum vom eigenen Baby trotz Myom zu erfüllen.

 

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