Für viele Paare stellen die Eizellentnahme und der einige Tage später erfolgende Embryonentransfer die aufregendsten Schritte der künstlichen Befruchtung dar. Noch entscheidender für den Erfolg der Kinderwunschbehandlung ist jedoch die Phase zwischen diesen beiden Eingriffen: Nachdem die entnommenen Eizellen im Labor befruchtet wurden, müssen die Embryonen mit dem größten Einnistungspotenzial ausgewählt werden. Erfüllen Embryonen bestimmte morphologische und morphokinetische Kriterien, steigen schließlich die Schwangerschaftschancen.

Wie die erfahrenen Diplom-Biologen des IVF Baden-Baden bei der Embryonenbeurteilung vorgehen und wie ihnen die verlässliche Beurteilung gelingt, werden wir im Folgenden erläutern.

Von der Eizellentnahme bis zur Embryonenkultivierung: Das passiert vor der Qualitätsanalyse

Um zu verstehen, wie sich die Qualität von Embryonen analysieren lässt, lohnt sich ein Blick auf die zuvor notwendigen Schritte: Damit sich Embryonen entwickeln können, müssen zunächst Eizellen (Oozyten) aus den Eierstöcken der Patientin entnommen und im Labor aufbereitet werden. Dafür ist eine Follikelpunktion notwendig.

Nach der erfolgreichen Durchführung der Punktion legen unsere Reproduktionsmediziner die Eizellen samt umliegender Kumuluszellen vorsichtig in speziellen Kulturschälchen ab und transportieren sie darin in unser hauseigenes Labor. Entscheiden sich Paare für eine intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), werden die Eizellen dann von den Kumuluszellen getrennt (denudiert) und mit dem am besten geeigneten Spermium des Partners befruchtet. Falls eine klassische In-vitro-Fertilisation (IVF) vorgesehen ist, werden die gewonnenen Eizellen mit den Spermien des Mannes in einer Nährlösung zusammengebracht. Die Spermien können dann ohne weitere Hilfestellung die Eizellen befruchten.

Anschließend werden die dabei entstehenden Embryonen unter idealen Bedingungen bis zum Transfer in die Gebärmutter in innovativen Brutkästen aufbewahrt. Laut Embryonenschutzgesetz dürfen maximal drei befruchtete Eizellen weiterkultiviert werden.

Embryonenüberwachung mit innovativer Kameratechnologie

Im IVF Baden-Baden kommt dabei der sogenannte Geri®-Inkubator mit Time-Lapse-Monitoring zum Einsatz. Darin sind Zeitrafferkameras integriert, die es ermöglichen, dass Embryonen bis zum Erreichen des Blastozystenstadiums kontinuierlich per Video überwacht werden. So erhalten unsere Spezialisten mehrmals am Tag aktuelle Bilder von den Embryonen. Anders als bei der klassischen Überwachung, bei der ein Embryologe die Embryonen in der Regel einmal am Tag aus dem Inkubator nimmt, um ihre Beschaffenheit und ihren Entwicklungsfortschritt zu untersuchen, müssen wir sie beim Einsatz des Time-Lapse-Monitorings nicht aus ihrer Brutkastenumgebung herausnehmen. So vermeiden wir, dass die Inkubationsbedingungen und damit auch die Embryonenkultur durch das Öffnen des Inkubators beeinträchtigt werden.

Gleichzeitig liefern uns die Kameras präzise Informationen über die Zellteilung, die uns bei der fundierten Klassifizierung jedes einzelnen Embryos helfen. Bei der Analyse der ermittelten Daten werden unsere Spezialisten von einer speziellen Software unterstützt.

Drei entscheidende Kriterien für die Embryonenbeurteilung

Ob die jeweiligen Embryonen für eine Übertragung geeignet sind, hängt in erster Linie von drei Kriterien ab: Entscheidend sind die Anzahl und die Symmetrie der Zellen sowie der Zeitpunkt der Zellteilung. Zwei bis fünf Tage nach der Eizellentnahme erfolgt dann die Übertragung der Embryonen in die Gebärmutter.

Unsere Spezialisten empfehlen, nur einen oder zwei ausgewählte Embryonen zu transferieren. Drei Embryonen übertragen wir wegen des damit verbundenen Drillingsrisikos nur in Ausnahmefällen.

Sollten überzählige, als geeignet klassifizierte Embryonen vorhanden sein, können wir diese für zukünftige Versuche einfrieren und, falls notwendig, in einem späteren Zyklus übertragen.

Haben Sie Fragen zur Embryonenbeurteilung? Unser Team liefert Ihnen gerne die Antworten. Vereinbaren Sie einfach einen unverbindlichen Beratungstermin in unserem Kinderwunschzentrum. Sie erreichen uns unter der Telefonnummer 07221-7021701. Natürlich können Sie uns auch eine Nachricht über unser Kontaktformular zukommen lassen. Wir setzen uns anschließend mit Ihnen in Verbindung.