TESA (Testicular Sperm Aspiration) ist ein minimalinvasives Verfahren, mit dem Spermien direkt aus dem Hoden gewonnen werden können, wenn sie im Ejakulat nicht vorhanden sind (Azoospermie) oder wenn die Samenqualität eine effektive Befruchtung verhindert.
Der Eingriff erfolgt mittels einer feinen Nadelpunktion unter lokaler Betäubung, wobei eine kleine Menge Hodengewebe entnommen wird, damit das Labor darin nach lebensfähigen Spermien suchen kann.
TESA ist eine wichtige Option für IVF-ICSI-Behandlungen und auch zur Erhaltung der männlichen Fruchtbarkeit durch Kryokonservierung, insbesondere vor onkologischen Therapien.
Wie funktioniert TESA?
Der Eingriff wird ambulant in der Klinik durchgeführt und erfordert keine besondere Vorbereitung.
1. Der Facharzt verabreicht ein leichtes Sedativum sowie eine lokale Betäubung, um den Bereich vorübergehend zu betäuben.
2. Eine feine Nadel wird in den Hoden eingeführt, und die Samenkanälchen werden vorsichtig aspiriert.
3. Die Probe wird an das IVF-Labor übermittelt, wo gesunde Spermien isoliert werden, die für IVF- oder ICSI-Behandlungen verwendet oder für eine spätere Nutzung kryokonserviert werden.
Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten und hinterlässt keine Schnitte oder Nähte. Nach dem Verfahren wird empfohlen, eine Woche lang intensive körperliche Anstrengungen zu vermeiden und einige Tage mit dem Geschlechtsverkehr zu warten.
In manchen Fällen wird prophylaktisch ein Antibiotikum verordnet, um Infektionen vorzubeugen.
Die Erholung verläuft in der Regel rasch, und üblicherweise ist kein Nachsorgetermin erforderlich.
Warum wird TESA durchgeführt?
Diese Technik wird angewendet, wenn eine natürliche Gewinnung von Spermien nicht möglich ist oder wenn die Qualität der Spermien im Ejakulat die Befruchtung erschwert. Sie ermöglicht die Gewinnung lebensfähiger Spermien direkt aus dem Hoden und erhält so die Möglichkeit einer biologischen Vaterschaft mit eigenem genetischem Material.
Zu den häufigsten Indikationen gehören:
-
Fehlen von Spermien im Ejakulat (Azoospermie) aufgrund einer Obstruktion (z. B. nach Vasektomie oder Infektionen) oder infolge einer unzureichenden Produktion.
-
Vorherige Befruchtungsfehler bei IVF-/ICSI-Behandlungen mit ejakulierten Spermien.
-
Hohe Fragmentierung der spermatischen DNA oder schwere Beeinträchtigungen von Beweglichkeit und Morphologie.
-
Notwendigkeit der Fertilitätserhaltung vor potenziell gonadotoxischen medizinischen Behandlungen.
Mit TESA behandelte Formen der Azoospermie
Azoospermie mit Obstruktion:
Verursacht durch Störungen, die den Abfluss des Spermas verhindern. Mögliche Ursachen sind:
-
Vasektomie oder angeborenes Fehlen des Samenleiters
-
Verletzungen des Samenleiters oder retrograde Ejakulation
-
Vollständige Azoospermie (kein Nachweis von Spermien im Ejakulat)
-
Obstruktion des Samenleiters nach urologischen Eingriffen oder Katheterisierung
-
Ejakulationsstörungen, z. B. retrograde Ejakulation
-
Sexuell übertragbare Infektionen, z. B. Chlamydien oder Gonorrhö
-
Operationen an Blase oder Prostata
Azoospermie ohne Obstruktion:
Die IVF Baden-Baden bietet Ihnen einen persönlichen Expertenservice. Geben Sie uns für Ihre Anfrage ein paar wichtige Eckdaten zu Ihrem Behandlungsverlauf, so können wir uns auf das Gespräch individuell vorbereiten. Natürlich ganz unverbindlich und diskret!
